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2008: Juli |
Mai
Janina Fialkowska, die „Grande Dame“ der kanadischen Pianistinnen, ist derzeit in aller Munde – mit ausverkauften und hoch gelobten Konzerten wie auch mit viel beachteten CDs. Auf ihrer neuesten Einspielung stellt sie sich Chopins Klavierkonzerten Nr. 2 f-Moll, op. 21 und Nr. 1 e-Moll, op. 11. Janina Fialkowska hat die Werke während der Olympischen Winterspiele in Vancouver im März 2010 mit dem Vancouver Symphony Orchestra an drei Abenden gespielt. Die musikalische Leitung hatte Bramwell Tovey. Jetzt ist dieses Ereignis als Live-Mitschnitt auf ATMA erschienen.
Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21 • Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11
Janina Fialkowska, Klavier • Vancouver Symphony Orchestra • Bramwell Tovey
ATMA ACD2 2643
The Globe and Mail – November 6, 2010
4 STARS (out of 4)
Canadian virtuoso Janina Fialkowska has recorded Chopin’s piano concertos before for Atma, in versions for piano and string quintet. These were revelatory but not nearly as eloquent as her new recording with the Vancouver Symphony Orchestra of the conventionally orchestrated versions of the concertos. Chopin’s muse was Italian opera, and this is unmistakable in Fialkowska’s playing, which is so much less self-consciously pianistic than most Chopin interpretation. Her right hand sings with a clarion tone, and she toys with the melody just as a diva might, alert to the drama of the individual phrase. Fialkowska also articulates, her touch less consistently legato: Not for her the seamless melding of phrases into long, artificial, romantic trajectories. The recitative in the “larghetto” of the F minor Concerto doesn’t sound like a passage influenced by recitative; it sounds like the real thing, an accompanied recitative transferred directly to the piano, its theatricality intact. Elissa Poole
Wholenote Magazine, Nov. 2010 – Editor’s choice
My own choice recording this month is another disc of piano concertos on the ATMA label, featuring Janina Fialkowska … Fialkowska’s outstanding Chopin performances with Tafelmusik last month are testament to the fact that she has indeed overcome her cancer and that her exceptional abilities remain intact, as is the recording of both Chopin Piano Concertos with the Vancouver Symphony Orchestra under the direction of Bramwell Tovey.
Recorded live in the Orpheum Theatre in March 2010, there is an energy and élan to these performances which literally jumps out of the speakers. The warmth and depth of sound capture the music in all its grace and grandeur and none of the nuance is lost. Fialkowska and Tovey are both in their element here and together they bring out the best in the members of Canada’s third largest orchestra, much to the delight of the enthusiastic audience. (...) David Olds, Wholenote Magazine, Nov. 2010
Nicht von ungefähr bezeichnet Janina Fialkowska Frédéric Chopin als einen ihrer liebsten Komponisten. Die Pianistin mit polnischen Wurzeln erspielt sich einen ganz besonderen Zugang zu seiner Musik, spürbar auch in ihren bisherigen Aufnahmen: „ein ungewöhnliches Zeugnis perfekter pianistischer Kunst“, attestiert Joachim Kaiser in der Süddeutschen Zeitung. „eine grandiose Chopin-Interpretin. Ihr Spiel ist präzise, transparent und dabei von einer einzigartigen Wärme und Poesie durchdrungen“ (Piano News). Der Londoner Kritiker Norman Lebrecht empfiehlt: „... bevor uns das Chopin-Jahr mit Aufnahmen überfluten wird, spitzen Sie die Ohren ,for the real thing’ ... das ist gleichermaßen tief empfundene wie authentische Chopinkunst der Spitzenklasse.“
In Janina Fialkowska verbinden sich viele musikalische Traditionen: Die Schule Alfred Cortots, dessen Schüler sie in Montreal und Paris unterrichteten. Einblick in die russische Schule erhielt sie durch ihren New Yorker Juilliard-Lehrer Sasha Gorodnitzki. In ihrem Mentor, dem legendären Arthur Rubinstein, fand sie den Mann, der dies alles in seinem Musikweltbürgertum vereinte. Allerdings spielte Rubinstein auch nicht in Deutschland und Österreich – sicher mit ein Grund, dass die Kunst Janina Fialkowskas uns erst so spät erreicht. Neben einer langjährigen internationalen Karriere mit renommiertesten Orchestern und Dirigenten genießt die Pianistin einen herausragenden Ruf als Interpretin von Chopin, Mozart und polnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.
| 28.01.11 | Offenburg |
| 29.01.11 | Mühlhausen (Tiefenbronn) |
| 06./08.04.11 | Stuttgart (mit RSO Stuttgart) |
| 10.04.11 | Karlsruhe (mit RSO Stuttgart) |
| 13.04.11 | Grünwald (bei München) |
| 26.05.11 | Winterthur / Schweiz (mit Musikkollegium Winterthur) |
| 23.07.11 | Augsburg |
| 14.08.11 | SHMF Recital Kiel (Sparkasse) |
Die Konzerte in Kanada, Amerika etc. entnehmen Sie bitte der Website
www.fialkowska.com
Florian Uhlig beleuchtet den Komponistenjubilar Robert Schumann. Soeben noch sorgte die erste seiner auf insgesamt 15 CDs angelegten, umfassenden Beschäftigung mit Schumanns Werk für Klavier solo für Furore. Nun wendet sich der vielseitig interessierte Pianist einer weiteren Facette im Schaffen des Komponisten zu. Gemeinsam mit der Deutschen Radio Philharmonie unter Christoph Poppen hat er sämtliche Werke für Klavier und Orchester eingespielt, darunter, neben dem Klavierkonzert a-Moll auch die von dem Schumann-Forscher Joachim Draheim rekonstruierten Abegg-Variationen.
Robert Schumanns Auseinandersetzung mit der Gattung „Klavierkonzert“ geht bis in seine Jugendzeit zurück. Sein Schaffen für Klavier und Orchester umfasst den gesamten Zeitraum seiner kompositorischen Tätigkeit – ein Testament, das Schumanns Spektrum in einzigartiger Weise widerspiegelt: Den Pianisten hier, den Sinfoniker dort; den verspielten Virtuosen auf der einen Seite, den tief schürfenden Ausdrucksmusiker auf der anderen. Mit den Abegg-Variationen für Klavier und Orchester, von Schumann modelliert nach Chopins „La ci darem la mano“, tritt ein interessantes „neues“ Werk auf den Plan – auf den Spielplan der Orchester vielleicht auch.
Florian Uhlig hinreißende Mischung aus leidenschaftlichem Musikantentum und intellektueller Durchdringung des Komponierten ist gerade bei Schumann notwendig und überzeugend. Denn Schumanns vielstimmige melodische Linienführung einerseits muss klar hörbar sein, andererseits aber ebenso seine akkordischen Ausbrüche.
„[…] hinreißend biegsam und ausdrucksstark […]“(Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Florian Uhlig: Sämtliche Werke für Klavier und Orchester von Schumann
Robert Schumann: Konzertsatz d-Moll (1839) • Abegg-Variationen* (1830–1831) (rekonstruiert von J. Draheim) • Klavierkonzert a-Moll op. 54 (1841–1845) • Introduktion und Allegro appassionato – Konzertstück G-Dur op. 92 (1849) • Konzert-Allegro mit Introduktion d-Moll op. 134 (1853)
Florian Uhlig, Klavier • Deutsche Radio Philharmonie • Christoph Poppen
* Ersteinspielung
hänssler CLASSIC CD 93.264
Die deutsche Phono-Akademie hat die Aufnahme von Joseph Haydns Streichquartetten op. 55 Nr. 1-3, gespielt von dem finnischen Streichquartett Meta4 und erschienen auf dem Label Hänssler Classic (CD 98.587) mit dem ECHO Klassik 2010 ausgezeichnet. Meta4 erhält diese Ehrung in der Kategorie "Newcomer des Jahres". Die Aufnahme der Quartette Opus 55 ist bereits im vergangenen Jahr mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Bestenliste 3/2009 als eine "herausragende Veröffentlichung des Tonträgermarktes" ausgezeichnet worden.
Kommende CD-Projekte betreffen die Streichquartette Nr. 3, 4 und 7 von Dmitri Schostakowitsch, die Aufnahme wird voraussichtlich 2012 veröffentlicht werden.
Florian Uhligs Aufnahme von verschiedenen Beethoven-Variationen hat im vergangenen Jahr erheblich für Furore, sprich: außergewöhnlich begeisterte Besprechungen und Kritiken gesorgt. Einige Pressestimmen finden Sie hier.
Vor wenigen Wochen ist seine neue CD erschienen, die den Auftakt bildet zu einer Gesamteinspielung der Werke für Klavier zu zwei Händen von Robert Schumann.
Seltsamerweise ist die Auswahl an kompletten Aufnahmen von Schumanns Klavierwerk gering, außerdem ist keine dieser Aufnahmen wirklich vollständig, da substantielle Skizzen, Nachgelassenes oder Gestrichenes nicht berücksichtigt wurden. Das ändert sich mit der neuen, auf 15 CDs ausgelegten Ausgabe von Florian Uhlig, in der auf nahezu jeder CD Ersteinspielungen von Schumann zu hören sein werden. Federführend bei dieser Edition ist auf wissenschaftlicher Seite der international bekannte Schumann-Forscher Joachim Draheim.
Es mag sein, dass zu einem solch umfangreichen Unternehmen eine gewisse "Schumannomanie" gehört - wie das Magazin FonoForum das Interview mit Florian Uhlig betitelt -, aber gewiss ist, dass das spielerische Wollen und Können dieses Pianisten nicht auf Schumann beschränkt ist. Trotzdem erscheint im Oktober eine weitere CD mit dem gesamtem Werk für Klavier und Orchester von Robert Schumann - darunter auch die Abegg-Variationen in einer Fassung für Klavier und Orchester.
Die Grande Dame der Blockflöte, Michala Petri, hat in den letzten Jahren viel Zeit in China verbracht und mit dortigen Musikern gearbeitet. Diese Initiative macht sich bemerkbar in speziellen Programmen unter dem Motto: "Dialogue - East meets West". Darin vereint Michala Petri chinesische und westliche Werke, gab eigens Stücke bei westlichen und chinesischen Komponisten in Auftrag für die Besetzung Blockflöten, Xiao und Dizi (chinesische traditionelle Flöten), Gitarre sowie das chinesische Zupfinstrument Pipa, jeweils in unterschiedlichen Kombinationen. Dieses Programm hatte seine deutsche Erstaufführung vergangenes Wochenende im Rahmen der AUDI-Sommerfestspiele.
Erst Ende Juni 2010 hatte Michala Petri den dänischen Pavillon im Rahmen der EXPO Shanghai mit einem chinesischen Flötenkonzert eröffnet. Bereits einige Wochen vorher war sie im Studio und hat mit dem Copenhagen Philharmonic Orchestra unter dem Dirigenten Lan Shui für ihr Label OUR Recordings verschiedenen chinesische Flötenkonzerte aufgenommen. Es handelt sich um Fei Ge ("Flying Song") von Tang Jianping (* 1955), Flute Moon von Bright Sheng (* 1955), ein Bambusflötenkonzert von Ma Shui-long (* 1939) und The Ancient Chinese Beauty von Chen Yi (* 1953). Die Konzerte sind ein wichtiger Impuls für die Rezeption chinesischer Musik im Westen und erweitern zugleich das Repertoire für Blockflöten und Orchester um ausgezeichnete Werke. Die CD ist soeben veröffentlicht worden.
Das chinesische Teehaus Friedrich II. bedeutet eine Verpflichtung - nicht nur hinsichtlich der Bewahrung dieser goldenen Schönheit, sondern auch für die Musiker, die das Privileg haben, im Schatten dieser Kostbarkeit spielen zu können. Die Pianistin Jenny Lin hatte die Ehre - und dachte sich ein Programm aus, in dem Werke von westlichen Komponisten mit chinesischem Thema erklingen (etwa Anton Arenskys Etude sur un theme chinois, Alexander Tcherepnins Five (Chinese) Concert Etudes, John Adams China Gates oder Morton Goulds Pieces of China, aber auch Stücke chinesischer Komponisten, zum Beispiel Vivian Fung: Glimpses for prepared piano oder Zhou Long: Pianogongs für Klavier and 2 chinesische Operngongs.
Ihr zweites Deutschlandkonzert wird Jenny Lin am 25. August bestreiten, und zwar bei dem renommierten Festival "Raritäten der Klaviermusik im Schloss vor Husum". Programmatisch hat sie sich dort etwas ganz anderes vorgenommen: Es erklingen Werke von Robert Helps, Ruth Crawford Seeger, Bela Bartók, Igor Strawinsky, Vitezlava Kapralova, Nikolai Myaskovsky, Anatoli Alexandrov und Samuel Feinberg.
Jenny Lin hat sich mittlerweile in Amerika nicht nur als Interpretin neuer Musik etabliert, die makellos hervorragende, abwechslungsreiche und spannende Programme spielt. Ihre CD-Aufnahmen zeigen die Künstlerin auch von anderen Seiten. Für den, der kann, lohnt sich ein Besuch in Husum in jedem Fall.
Ab sofort wird die kanadische Pianistin Janina Fialkowska für Deutschland, Österreich und die Schweiz über ME Artists Management zu erreichen sein.
Die von Artur Rubinstein bewunderte und geförderte Künstlerin - sie gewann den ersten Artur-Rubinstein-Wettbewerb 1974 - genießt vor allem in Amerika und Kanada seit Jahrzehnten besondere Wertschätzung. Sie konzertiert dort mit allen großen Orchestern und in den wesentlichen Konzerthallen. Jetzt wird auch das deutsche Publikum die musikalischen Qualitäten dieser sensiblen Gestalterin kennen lernen.
Janina Fialkowskas neue CD wurde erst vor wenigen Monaten veröffentlicht; sie hat die Kritiker weltweit zu Lobeshymnen veranlasst. In FonoForum (Ausgabe 4/2010 S. 74, Frank Siebert) war über die Chopin-Aufnahme zu lesen: "Was an Fialkowskas Spiel fasziniert, ist die Natürlichkeit, die Ernsthaftigkeit und Integrität der Gestaltung. Es ist der emotionale Reichtum, den die Pianistin mit ungemeiner Tonschönheit und ohne Effekthascherei zu entfalten versteht." Und Joachim Kaiser schrieb in der Süddeutschen Zeitung über die CD: "Ein ungewöhnliches Zeugnis perfekter pianistischer Kunst, das nahezulegen schien, jetzt dieser Künstlerin im Live-Konzert zuzuhören." - Was geschah: Im Januar 2010 trat Janina Fialkowska in Ausburgs mit Chopins f-Moll-Konzert auf, was Joachim Kaiser resümierte: "Enormer Beifall. Danach, als Zugabe, der lyrische Höhepunkt: Chopins cis-Moll-Walzer. Alle Hörer waren benommen. Wir hatten staunend erlebt, was Chopin fordert, wie schwer, wie reich, wie rätselhaft seine Kunst nach wie vor wirkt."
In diesem Jahr wird Janina Fialkowska am 7. August beim Schleswig-Holstein Musik Festival zu hören sein. Für 2011 stehen bereits eine Reihe weiterer Termine an.
Seit Linus Roth 2006 einen Echo-Klassik-Preis als "bester Nachwuchskünstler" erhalten hat, geht sein Weg zielstrebig nach oben. Inzwischen ist es keine Frage mehr, dass er zu den außergewöhnlichsten jüngeren Künstlern zählt; viele Auftritte mit Orchestern und zahlreiche Kammermusik-Abende belegen das.
Auch ist Linus Roth als herausragender männlicher Geiger gegenwärtig geradezu ein Exot innerhalb der weiblich dominierten Violin-Riege. Und wenn er auftritt, macht sich die Maskulinität durchaus positiv bemerkbar in dem Sinne eines kraftvollen, schattierungsreichen Spiels, das souverän über die Musik gebietet und ihre Anforderungen seriös und verständnisvoll einlöst. Aus dem Spiel von Linus Roth leuchtet spontane Energie, und ob nun im gemeinsamen Musizieren mit einem Orchester oder mit seinem Duo-Partner José Gallardo - immer ist seine Musikalität beeindruckend.
Derzeit ist Linus Roth im Studio mit José Gallardo, um die Violinsonaten von Johannes Brahms aufzunehmen. Veröffentlicht werden soll die CD im kommenden Jahr, wie ihre Vorgängerin bei der Firma Challenge.
Die "Abegg-Variationen", Robert Schumanns op. 1, sind bekannt. Bisher nicht bekannt war, dass Schumann davon eine Fassung für Klavier und Orchester entworfen hat, die jetzt erstmals öffentlich gespielt wurde: am 18. März 2010 in der Schumann-Stadt Zwickau und am 25. und 26. März in Plauen wurde sie von Florian Uhlig uraufgeführt, mit dem Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau unter Georg Christoph Sandmann.
"Dann erklangen Frédéric Chopins Variationen (...) auf ,La ci darem la mano? (...). Robert Schumann hatte dieses Werk mit den Worten ,Hut ab, meine Herren, ein Genie!? begrüßt (...). Wie Florian Uhlig die Variationen spielte, ist nur mit dem Ausdruck ,himmlisch schön? zu umschreiben. Er beherrscht den leichten Anschlag, so dass man glaubt, es sei Spielerei, und ebenso den kraftvollen und den Wirbeltanz der Finger. (...) Florian Uhlig spielte die Variationen (Abegg) ebenso zauberhaft wie die von Chopin, von dem er eine Etüde als Zugabe darbot." ( Vogtland-Anzeiger, 27.03.10)
"Umjubelte Uraufführung. – Das Orchester umspielte die von Uhlig in selten gehörter Brillanz und Akkuratesse gemeisterten chromatischen Läufe des Flügels mit dem Hauptthema. (...) Die Musikwelt ist um ein brillantes Konzertstück reicher." (Freie Presse, 20.03.2010)
Die "Abegg-Variationen" entstanden hauptsächlich im Winter 1829/30 und im Sommer 1830 in Heidelberg und erschienen im November 1831 bei Friedrich Kistner in Leipzig unter dem Titel "Thème sur le nom Abegg varié" als op. 1 für Klavier zu zwei Händen. Von einer geplanten Fassung für Klavier und Orchester, wie sie damals gerade bei brillanten Variationswerken für Klavier üblich war, ist eine orchestrale "Introduzione" als Particell mit Hinweisen zur Instrumentation erhalten (40 Takte). Diese "Introduzione" hat der bekannte Schumann-Experte und Herausgeber Dr. Joachim Draheim getreu nach der Vorlage und im Stil und der Besetzung von Chopins Variationen über "Là ci darem la mano" op. 2 ausinstrumentiert und dann den Variationen eine entsprechende instrumentale Begleitung unterlegt, ohne die musikalische Substanz anzutasten.
Da Schumann selbst Skizzen und Entwürfe, gerade auch aus seiner Jugendzeit, sorgfältig aufbewahrte, um sie später doch noch auszuarbeiten und sogar zu veröffentlichen (z.B. in den "Bunten Blättern" op. 99, oder den "Albumblättern" op. 124), ist dieser Rekonstruktionsversuch, der ein besonders reizvolles und wirkungsvolles Werk des jungen Schumann in ein neues Licht rückt, durchaus legitim und stellt keinen Verstoß gegen erklärte Absichten des Komponisten dar.
Die "Abegg-Variationen" in der Version für Klavier und Orchester sind eine willkommene Ergänzung der bekannten und weniger bekannten Werke für Klavier und Orchester von Schumann, die Florian Uhlig mit der Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Christoph Poppen einspielt und im Oktober 2010 veröffentlicht. Auf der CD werden enthalten sein:
Abegg-Variationen op. 1 für Klavier und Orchester (1829/30)
Konzertsatz d-Moll (1839)
Klavierkonzert op. 54 (1841)
Introduktion und Allegro appassionato G-Dur op. 92 (1849)
Konzert-Allegro mit Introduktion d-Moll op.134 (1853)
Bereits im Juni steht zur Veröffentlichung an die erste Folge einer Gesamteinspielung der Schumannschen Solo-Klavierwerke mit Florian Uhlig. Sie entsteht auf der Basis einer neuen kritischen Ausgabe und wird in jeder Folge mit bisher unbekannten und ungespielten Klavierstücken aufwarten können.
Wenn man den Kritikern glauben darf, dann ist das finnische Streichquartett Meta4 "die Zukunft des Streichquartetts" - so jedenfalls war eine Konzertkritik in Hamburg überschrieben. Es scheint, als werde der Name des Ensembles, Meta4, zur Metapher für das Streichquartett-Spiel überhaupt. Bei den Deutschland-Auftritten in den vergangenen 18 Monaten jedenfalls - u.a. beim Heidelberger Frühling, im Konzerthaus Dortmund, in der Laeiszhalle Hamburg - haben sie jedesmal enthusiastische Reaktionen hervorgerufen.
Soeben ist die erste CD von Meta4 erschienen: die drei Haydn-Quartette op. 55; eine logische Wahl, wenn man ihren 1. Preis beim Haydn-Wettbewerb Wien 2007 und das gegenwärtige Haydn-Jahr berücksichtigt. Neben Haydn sind die vier Finnen sehr vielseitig interessiert, nicht nur das Standardrepertoire erklingt unter ihren Bögen, auch und gerade neuere Kompositionen etwa von Kaija Saariaho, Esa-Pekka Salonen, Jaakko Kuusisto oder Kimmo Hakola haben es ihnen angetan. Das Resultat sind allemal spannende Konzertprogramme, die an musikalischer Breite und spielerischer Intensität ihresgleichen suchen.
Das Usedomer Musikfestival verstärkt die Förderung junger Talente und verleiht in diesem Jahr zwei Förderpreise in Höhe von insgesamt 13000 Euro. Eine der von der Oscar und Vera Ritter-Stiftung in Hamburg und der Walter und Charlotte Hamel-Stiftung in Hannover zur Verfügung gestellten Auszeichnungen geht an den Pianisten Florian Uhlig.
Das bereits zum 16. Mal stattfindende Klassikfestival widmet sich in diesem Jahr dem Musikerbe Preußens. Der Preisträger Florian Uhlig wird im Rahmen des Festivals am 6. Oktober in Swinoujscie mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 zu hören sein, musizierender Partner ist die Polnische Kammerphilharmonie unter Woijciech Rajski. Der Preußen-Bezug von Beethovens Opus 37: Es ist Prinz Louis Ferdinand von Preußen gewidmet.
Soeben erschienen ist Florian Uhligs Aufnahme einiger selten gespielter Beethoven-Variationen. Für das kommende Jahr geplant ist die Einspielung sämtlicher Werke für Klavier und Orchester von Robert Schumann, darunter als Ersteinspielung die "Abegg-Variationen" op. 1 in der Fassung für Klavier und Orchester. Seine Uraufführung wird dieses Schumann-Werk im März 2010 in Zwickau erleben, der Pianist ist ebenfalls Florian Uhlig.
Soeben erschienen ist die neue CD mit dem Pianisten Florian Uhlig. Er beschäftigt sich mit einem Kapitel Beethovens, das bis auf Alfred Brendel wenige Pianisten bisher aufgeschlagen haben: Beethovens Variationswerke außerhalb der Diabelli-Variationen.
Die Gattung Variationen war für den Komponisten Beethoven interessant und wichtig als Experimentierfeld; darüber hinaus bot sie auch Stoff für den eminenten Pianisten Beethoven. Bei der Auswahl der Stücke auf der CD handelt es sich - mit einer Ausnahme, den "Eroica"-Variationen - um Variationen, die Beethoven über die Themen anderer Komponisten geschrieben hat. Es gibt Vorlagen aus der Oper, aus dem Ballett, aus dem Volksliedhaften und aus Nationalhymnen - eine Mischung, die zeigt, wie kreativ Beethoven mit unterschiedlichen Vorlagen umgegangen ist.
Aber die Auswahl präsentiert auch unterschiedliche nationale "Geschmacksrichtungen": es gibt englische, italienische, französische, russische, deutsche und schweizerische Elemente. Das gilt zumindest für die Charaktere der jeweiligen Themen. Faszinierend ist, was Beethoven aus den bisweilen etwas belanglosen Vorgaben gemacht hat und inwiefern sein Variationsstil einzigartig ist.
Mit dieser Aufnahme bestätigt Florian Uhlig sein Faible für die Zusammenstellung von kreativen und intelligenten Programmen, die Themen wie "Venedig" oder "Glocken" ausleuchten oder hintergründig den Beziehungen zwischen "Mendelssohn und Brahms" nachspüren. Bei seinem Solo-Debüt in der Londoner Wigmore Hall spielte er nicht etwa ein erwartbares Virtuosen-Sortiment, sondern eine Mischung aus Stücken, die von Insekten inspiriert waren: Eine Zusammenstellung von Raritäten, die aufhorchen ließ.
Im kommenden Jahr beginnt Florian Uhlig mit einer Gesamteinspielung der Werke Robert Schumanns auf der Basis einer neuen textkritischen Ausgabe. Darin werden auch viele bisher noch nie gespielte Stücke oder Frühfassungen bekannter Werke enthalten sein.
Das erste Mal trat die Blockflöten-Virtuosin Michala Petri als Zehnjährige in dem Konzertsaal des berühmten Kopenhagener Tivoli Garden auf. Und dies an ihrem Geburtstag! Seither spielt sie in zehnjährigem Rhythmus im Tivoli – so auch an ihrem 50. Geburtstag. Am 7. Juli 2008 feierte sie erneut mit "ihrem" Publikum. Die vorliegende CD ist die Live-Aufnahme dieses unvergesslichen Abends, den sie gemeinsam mit Kremerata Baltica bestritten hat.
2000 Besucher erfreuten sich bei diesem Geburtstagskonzert an ihrem Können, an ihrem innigen Spiel, an beseelten wie auch dramatischen Momenten. Das Programm beleuchtete viele Facetten der Musikerin Michala Petri: Von den beiden Barock-Werken ist das Vivaldi-Konzert dasjenige, welches Michala Petri in ihrer Laufbahn am häufigsten gespielt hat, Albinoni dagegen konnte sie weit seltener präsentieren.
Auch was die beiden modernen, für Michala Petri geschriebenen Stücke angeht, ist "Valere iubere" von Artem Vassiliev ein häufig gespieltes Werk; Chen Yis "The Ancient Chinese Beauty" für Blockflöte und Streichorchester wurde hingegen erst am 4. April 2008 in Beijing uraufgeführt.
Das einzige "neue" Stück für Michala Petri war Mozarts Andante KV 315. Erst seit kurzem wagt sie sich an Mozart. Als erste Frucht dieser Beschäftigung mit Mozart ist im vergangenen Jahr eine Einspielung der vier Flötenquartette erschienen. Unterstützt wurde sie bei dieser außergewöhnlichen CD von Carolin Widmann (Violine), Ula Ulijona (Viola) und Marta Sudraba (Cello). Mozarts Musik hat Michala Petris Bemühen um ein natürliches Musizieren erheblich vorangebracht. Wer die Flötenquartette hört, wird zugeben, dass die Blockflöte eigentlich das richtige Instrument für diese Werke ist.
Die Kremerata Baltica glänzte in dem Programm mit dem wundervollen Konzert für Streicher von Nino Rota und einem witzigen Geburtstags-Stück von Peter Heidrich, den "Happy Birthday Variations".
Mit den Werken von Vassiliev und Chen Yi treten zwei weitere Werke auf CD an die Öffentlichkeit, die - Michala Petri zugedacht - für Blockflöte und Streichorchester geschrieben wurden. Neben diversen anderen Stücken für Blockflöte und Kammer-/Streichorchester, die zur Aufführung bereit stehen, betritt Michala Petri auch die große Bühne mit Werken für Blockflöte und Orchester - etwa von Joan Albert Amargos, Guo Wenjing, Daniel Börtz oder Tang Jiangping. Und erst unlängst spielte sie die Uraufführung der "Territorial Songs" für Blockflöten und Orchester des von den Faröer-Inseln stammenden Komponisten Sunleif Rasmussen.
So erschließt Michala Petri nach und nach neues Repertoire für ihr Instrumentarium, erreicht damit sicher noch nicht die Vielfalt der für Klavier oder Violine geschriebenen Werke, macht jedoch nachdrücklich darauf aufmerksam, dass die Blockflöte keineswegs ein "Kinder-Instrument" ist, sondern in ihren vielfältigen Möglichkeiten jedem anderen Soloinstrument zur Seite gestellt werden kann.
Mit ihrer neuen, soeben erschienen Aufnahme von Schostakowitschs 24 Präludien und Fugen op. 87 hat die taiwanesisch-amerikanische Pianistin Jenny Lin eine ganz außergewöhnliche Aufnahme vorgelegt.
Das amerikanische Internet-Magazin für klassische Musik www.classicstoday.com schreibt:
"So if there's any justice in the musical world, this Shostakovich recording ought to be a "breakout" release. It's a particularly smart repertoire choice: a 20th-century keyboard masterpiece that has not been over-recorded but has enjoyed some very distinguished advocacy, mostly from Russian pianists - Tatiana Nikolayeva, Vladimir Ashkenazy, and above all, Konstantin Scherbakov, whose superb Naxos recording is the one to beat. Lin does just that, turning in what is hands down the finest version of this massive work yet recorded - a brilliant, moody, energetic, edgy, and technically stunning exploration of Shostakovich's compositional genius. (...)
claim than she has received to date. Lin has paid her dues, and it's high time that she be let in from the cold of contemporary music recitals and unusual repertoire collections (...), so that we can hear what she has to say in the classics of the keyboard literature. On evidence here, she's more than up to the challenge."
(classicstoday.com, David Hurwitz)
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Und schwer vorstellbar ist es, dass hiesige Kritiker anders urteilen.
Michala Petris neue CD "Dialogue - East meets West" ist das Ergebnis vieler Jahre der Planung und Diskussion. Was Michala Petri und ihre musikalische Partnerin Chen Yue hier bieten, ist nichts weniger als ein Erkundungsgang durch die Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten verschiedener Flöten. Die Aufnahme präsentiert zehn neue Kompositionen von fünf jungen chinesischen und fünf jungen dänischen Komponisten.
Für den Einsatz der verschiedenen Blockflöten-Instrumente ist natürlich Michala Petri die richtige, die chinesischen Instrumente - Xiao und Dizi - bringt Chen Yue zu Gehör.
In dem Programm vereinen und trennen sich auf jeweils indiviuelle Weise Tradition und Innovation, östliche und westliche Elemente. Wie die Komponisten Unterschiede und Gemeinsamkeiten in ihre Visionen verweben, wie sie mit den verschiedenen Spielmöglichkeiten umgehen - das ist aufregend und neu.
Diese Aufnahme zeigt wieder einmal, was für eine neugierige Interpretin Michala Petri ist, dass sie keinerlei spieltechnische Grenzen kennt - und musikalische ohnehin nicht. Auch in ihrer Quartettformation mit Gitarre/Laute (Lars Hannibal), Pipa (Yan Jiang), Xiao und Dizi (Chen Yue) und natürlich ihren eigenen Blockflöten bestimmt der Dialog zwischen Ost und West das Geschehen. Gitarrist und Lautenist Lars Hannibal meint dazu:
"Bei einer Quartettbesetzung wie der unsrigen ergibt es sich zwanglos, dass Musik beider Kulturen erklingt, gelegentlich auch gespielt vom ,falschen Instrument. Es gibt ebenso alle Möglichkeiten der Kombination: Quartett, Trio, Duo, Solo. Unser Konzertprogramm greift diese Möglichkeiten auf und wird ebenso neue Werke präsentieren, die von chinesischen und europäischen Komponisten speziell für diese Besetzung geschaffen wurden. Wir haben ebenso Kontakt aufgenommen mit dem chinesischen Komponisten Guo Wenjing und werden Werke spielen von Lin Hai, Feng Zigun, Zhao Songting und Zhang Weilang. Eine Interpretation von einer der Telemann-Sonaten für zwei Blockflöten, gespielt von Xiao und Blockflöte, wird Teil des Programms sein, auch andere klassische Musik Europas wird allein schon durch die Besetzung in einer neuen Beleuchtung erscheinen."
Im letzten Jahrhundert fand der erste größere Austausch zwischen zwei alten Kulturen statt: Komponisten wie Debussy, Britten, Messiaen - um nur einige wenige zu nennen - ließen sich von chinesischer Musik beeinflussen. Viele Spieltechniken, die Eingang in moderne westliche Musik gefunden haben, sind schon seit Jahrhunderten Bestandteil chinesischer Musik. Umgekehrt haben chinesische Musiker westliche Formen und Tonalitäten übernommen und auf ihre Weise kreativ verwendet. Michala Petris China-Aktivitäten stehen also in guter Tradition.
Der deutsche Pianist Florian Uhlig hat Ende 2008 die Künstlerische Leitung des Johannesburg International Mozart Festivals (JIMF) übernommen. Das Festival ist zeitlich angesiedelt jährlich Ende Januar und Anfang Februar, immer um Mozarts Geburtstag herum, den 27. Januar.
Das Festival, das bereits seit 2006 in kleinerem Umfang unter dem Namen Mozart Festival unter der Direktion von Richard Cock existierte, wird ab 2010 nicht nur Musik des Namenspatrons bieten, sondern sich weit darüber hinaus auch mit Musik europäischer und südafrikanischer Komponisten beschäftigen. Ein breites Spektrum an Musik wird dabei zu Gehör gebracht werden.
Das Johannesburg International Mozart Festival bietet eine einzigartige Kombination aus klassischer Musik auf hohem internationalen Niveau und pädagogischen Programmen, die sich um Musikerziehung für Kinder und Randgruppen der Gesellschaft kümmern. Damit wird auch der kulturellen Vielfalt Südafrikas Rechnung getragen.
Wer hätte das gedacht? Als Michala Petri an ihrem Geburtstag, dem 7. Juli 1968, die Bühne des Kopenhagener Tivoli betrat, war sie gerade einmal zehn Jahre alt. Mit dem damaligen Konzert begann eine erstaunliche Karriere: Das Wunderkind auf der Blockflöte studierte zunächst (in Hannover) und begann dann Mitte der 70er Jahre mit großen Interpreten und Dirigenten in aller Welt zu musizieren.
Die Leidenschaft Michala Petris für ihr Instrument, besser: für ihre Instrumente - denn die Blockflöte ist ja keineswegs nur das kleine hölzerne Ding, das häufig genug als "Anfänger-Instrument" diskreditiert wird - hat bis heute unverändert angehalten. In Worten und Taten ist Michala Petri nicht müde geworden darauf hinzuweisen, dass die Instrumente der Blockflötenfamilie ein musikalisches Leben außerhalb des barocken Repertoires besitzen: Sie hat zahlreiche Werke in Auftrag gegeben - über 100 Stücke sind bis heute für sie entstanden -, hat arrangiert und transkribiert, hat an der Entwicklung neuer Blockflöten mitgearbeitet, hat gespielt und produziert mit Größen wie Keith Jarrett - das heute modische Wort "Crossover" geht angesichts der gestalterischen Übereinstimmung dieser eminenten Musiker vollkommen am Wesen dieser Zusammenarbeit vorbei -, im Duo, mit Kammerorchestern und großen Klangkörpern...
Mit anderen Worten: Michala Petris Repertoire ist enorm umfangreich, sie ist nicht festzulegen auf einen Stil, eine Epoche, eine Handvoll Komponisten. Für sie ist "Musik das Wichtigste, nicht das Instrument - das ist bei mir eben die Blockflöte, die es in verschiedenen Epochen in verschiedenen Varianten gibt. Mein Ziel ist es, der Musik jeder Zeit den adäquaten und bestmöglichen musikalischen Ausdruck zu geben."
Am 7. Juli 2008 wird Michala Petri 50! Wieder besteigt sie an diesem Tag die Bühne im Tivoli und wird gemeinsam mit der Kremerata Baltica ihre erstaunliche musikalische Vielfalt unter Beweis stellen: Das Programm reicht von Albinoni, Bach und Vivaldi über Mozart - repräsentiert mit einem seiner Flötenquartette - bis zur Gegenwart in Gestalt zweier Stücke für Blockflöte und Kammerorchester von Artem Vassiliev und der chinesischen Komponistin Chen Yi.
Am 1. Juli erscheint darüber hinaus auf ihrem eigenen Label OUR Recordings eine CD, die Michala Petri schon lange realisieren wollte: Mozarts Flötenquartette. Erstaunt stellt man fest, dass die Blockflöte sich in das Gewebe der Streicher - Carolin Widmann (Violine), Ula Ulijona (Bratsche) und Marta Sudraba (Cello) - so perfekt einfügt, ja besser noch mit ihnen verbindet, als die Querflöte. Dieses Geburtstagsgeschenk dürfte vielen viel Freude machen!
Wolfgang Amadeus Mozart – Flötenquartette
KV 285, 285a, 285b und 298
OUR Recordings CD 8.220570
(deutscher Vertrieb: Naxos)
Michala Petri, virtuose Musikerin auf der Blockflöte, geht schon seit einigen Jahren neue Wege, die sie vom barocken Repertoire in den Bereich Neuer Musik führen. Im Laufe der vergangenen Jahre sind an die 100 Werke für sie entstanden, von Kammermusik bis zu Stücken für Blockflöte(n) und großes Orchester – darunter das vor kurzem Grammy- nominierte Konzert des Spaniers José Alberto Amargos.
Michala Petri hat – ebenfalls seit einigen Jahren – Kontakte angeknüpft zu chinesischen Musikern und Komponisten. Soeben wurde das für sie geschriebene Konzert für Streichorchester und Blockflöte mit dem Titel „The Ancient Chinese Beauty“der Komponistin Chen Yi in Peking beendet. Die Uraufführung fand statt am 4. April in Peking im Kaisertheater in der Verbotenen Stadt, Partner waren das EOS Orchestra unter Hu Yongan.
Am gleichen Abend spielte Michala Petri zwei weitere Werke: Duos für Bambusflöte (Xiao) und Blockflöten, eines vom chinesischen Komponisten Gang Chen, das andere von der dänischen Komponistin Pernille Sejlund. Ihre Partnerin war die Xiao-Spielerin Chen Yue. Bei diesen Duos handelt es sich um die ersten Werke einer geplanten CD mit Duos für Xiao und Blockflöte(n), auf der weitere speziell für diese Instrumentalkombination geschriebene Stücke erklingen sollen.
Gemeinsam mit Chen Yue und der Pipa(chinesische Laute)-Spielerin Yan Jiang und dem Gitarristen/Lautenisten Lars Hannibal entwickelt Michala Petri ebenfalls ein Programm mit neu entstandenen wie auch bekannten Werken für diese instrumentale Vierer-Kombination. Das Miteinander ähnlicher Instrumente aus verschiedenen Kulturkreisen verspricht ein interessantes und aufregendes Hörerlebnis zu werden.
Die jüngsten Recitals von Florian Uhlig machten wieder einmal deutlich, wo die besonderen Stärken dieses Pianisten liegen: intelligent, nicht verkrampft intellektuell äußert er sich, sein Ton ist von zwingender Leuchtkraft, sein Spiel überzeugt, aber überredet nicht, es ist sinnlich, aber nicht nachlässig. Florian Uhlig – das wird immer deutlicher – hat seine ganz individuelle Stimme im Konzert der Pianisten.
Die Presse äußerte sich zu seinen letzten Klavierabenden entsprechend begeistert – sowohl bei seinem Konzert in Aberdeen im Februar, in New York im April oder in Heidelberg im Februar, wo es hieß:
„Absolute Referenzqualität hatte die in jeder Hinsicht konzertkrönende Darbietung der sechsten Prokofjew-Sonate A-Dur op. 82. Kraftvolle klangliche Klarheit, eloquente rhythmisch-artikulatorische Energie und genaue atmosphärische Schattierungskunst herrschten hier vom ersten bis zum letzten Takt.“ (Rhein-Neckar-Zeitung, 21.2. 08)
Zu Florian Uhligs Konzert im Rahmen des Böblinger Pianistenfestivals schrieben die Stuttgarter Nachrichten:
„Was Florian Uhlig hier primär interessiert, das ist die thematisch- motivische Arbeit der Werke, letztlich die Architektur des Gesamten. Und das realisiert er mit einer staunenswerten Klangtransparenz [...]. Höhepunkt im zweiten Teil [...] Prokofjews Sonate in A-Dur op. 82, vorgetragen mit einem Höchstmaß an rhythmischer Schärfe und expressivem Ausdruck. So viel Verdichtung hört man an dieser Stelle nur selten." (21.1. 08)
Das Konzert mit der Jenaer Philharmonie mit Griegs a-Moll-Konzert unter der Leitung von Nicholas Milton wurde mit folgenden Zeilen gewürdigt:
„Absoluter Höhepunkt unter den Höhepunkten ist der strahlende, kraftvolle und im allerbesten hochromantischen Sinne sinnliche Grieg. Florian Uhligs runder warmer romantischer Ton und seine unkonventionelle Attitüde sind ein Erlebnis. Auf dieses kraftvolle Musikerlebnis setzt Uhlig noch eins drauf, indem er sich nicht nur als einer jener Virtuosen outet, die ihre außerordentlichen Fähigkeiten mit eigenen Zugabestücken krönen müssen, sondern auch als in seinem kompositorischen Denken bekennender Bewohner der britischen Inseln und in minimalistischer Tradition eines Michael Nyman oder Christopher Hobbs – verblüffend und knifflig ist dieses Amuse Geule." (Ostthüringer Zeitung, 14.01.08)
Gedankliche Durchdringung, mühelose Pianistik sowie das echte Verständnis des Notentextes ermöglichen Florian Uhlig auch das schnelle Aushelfen – so geschehen, als er innerhalb von drei Tagen für einen erkrankten Kollegen einsprang, mit Brahms’ Klavierkonzert Nr. 2 beim niederländischen Zeeuws Orkest. Der Presse-Kommentar: „Höhepunkt des Abends war das zweite Klavierkonzert von Brahms. [...] Florian Uhlig sprang für den erkrankten Kollegen ein und tat dies mit Verve, mit wunderbarer Nuancierung, einem Gespür für Rubati und Virtuosität - und dies stets in Zwiesprache mit dem Orchester." (Provinciale Zeeuwse Courant, 19.04.08)
Die Pianistin Jenny Lin, deren CDs mit Werken russischer Komponisten der Vor- Revolutionszeit, Stücken Valentin Silvestrovs und den erst unlängst veröffentlichten Werken für Klavier und Orchester von Ernest Bloch hoch gelobt wurden, hat im eben vergangenen April im Hans-Rosbaud-Studio in Baden-Baden eine neue Aufnahme der 24 Präludien und Fugen op. 87 von Dmitri Schostakowitsch beendet. Erscheinen wird die Aufnahme voraussichtlich 2009 bei Hänssler Classic.
Man darf gespannt sein. Es ist ein Schostakowitsch für das 21. Jahrhundert, den Jenny Lin vorstellt: vorwärts treibend, wo der Rhythmus es diktiert, mit Biss und transparent. Zunehmend lernt man auch in Europa Jenny Lin zu schätzen, die neben intensiver Betreuung moderner Musik vor allem im russischen Repertoire brilliert. Hinzu kommen klug zusammengestellte Programme mit wertvollen Stücken auch außerhalb der Bekanntheitszone.